Welche Kategorien gibt es 2021?
Sogar noch etwas mehr als die anderen Wettbewerbe legt Klingenthal den Schwerpunkt auf Solisten. Fast alle der sieben Kategorien richten sich an Soloakkordeonisten, es gibt nur eine Kategorie für Ensembles. Im Einzelnen sind ausgeschrieben:
Kategorie I: Solisten bis zum 12. Lebenjahr
Kategorie II: Solisten bis zum 15. Lebensjahr
Kategorie III: Solisten bis zum 18. Lebensjahr
Kategorie IV: Solisten ohne Altersbegrenzung (Hauptkategorie)
Kategorie V: Akkordeonensembles von Duo bis Quintett, Duos von Akkordeon mit anderem Musikinstrument oder mit Gesang, Ensembles bis fünf Musiker mit einem oder zwei Akkordeons, anderen Musikinstrumenten und höchstens einer Gesangsstimme
Kategorie VI: Solisten ohne Altersbegrenzung mit virtuoser Unterhaltungsmusik
Kategorie VII: Weltmusik, offen für Solisten ohne Altersbegrenzung mit chromatischen oder diatonischen Modellen
Wie jedes Jahr gibt es in der Ausschreibung für jede der Kategorien eine Auswahl von Pflichtstücken, die interessierte Musikerinnen und Musiker auf jeden Fall spielen müssen. Teile des Repertoires können zusätzlich frei ausgewählt werden. Besonders viel Flexibilität hinsichtlich des Repertoires besteht in der Kategorie V für Ensembles und der Weltmusik-Kategorie VII. Bei der Hauptkategorie IV gibt es die meisten Festlegungen. Hier müssen die Musikerinnen und Musiker außerdem zwei Auswahlprüfungen spielen vor dem Finale, bei den jüngeren Solisten (Kategorien I-III) ist es zunächst noch eine Auswahlprüfung.
Was sind die Vorgaben für die Hauptkategorie?
Auswahlprüfung 1
Es sind drei Stücke einzuspielen, und zwar die Komposition Esercizi von Lothar Klein, ein Stück Präludium und Fuge aus Bachs Wohltemperiertem Klavier und schließlich eine Komposition aus dieser Zusammenstellung:
- Eagle, David: Bellwind (Edition Wunn)
- Feld, Jindřich: Konzertstück
- Gerenabarrena, Zuriñe F.: Izpi
- Hölszky, Adriana: High Way for One (Breitkopf & Härtel Verlag
Wiesbaden)
- Katzer, Georg: La scuola dell‘ ascolto (Verlag Neue Musik Berlin)
- Ligeti, György: aus Musica ricercata 3 Sätze zur freien Auswahl
(Schott Verlag Mainz)
- Norgard, Per: aus Anatomic Safari Sätze Movements, Vertigo,
Vertigo double, Percussion (Edition Wilhelm Hansen)
- Olsen, Poul Rovsing: Without a title
- Schmidt, Ole: Toccata Nr. 1 oder Nr. 2
Auswahlprüfung 2
Die Musizierenden können hier ein „Programm nach freier Wahl mit unterschiedlichen Stilformen“ präsentieren, das bis zu 35 Minuten dauern kann. Es muss eine Sonate von Domenico Scarlatti dabei sein, und ein Stück aus dieser Zusammenstellung:
- Aho, Kalevi: Sonate Nr. 2 (Black birds) (Verlag Modus)
- Berio, Luciano: Sequenza XIII (Chancon) (Verlag Universal Edition)
- Feld, Jindřich: Vier Intermezzi (SCHOTT MUSIC GmbH & Co. KG)
- Gubaidulina,Sofia: Etexspecto oder Deprofundis (VerlagSchmülling)
- Ganzer, Jürgen: Passacaglia (Musikverlag Ralf Jung)
- Hosokawa, Toshio: Melodia (Verlag Hohner/Schott) oder Sen V
(SchottMusikverlag – allenoten.de)
- Ishii, Maki: Tango Prism (Verlag G. Ricordi & Co. Bühnen und
Musikverlag GmbH Berlin)
- Kagel,Mauricio: Episoden,Figuren (Notenvers.KurtMaasGmbH&CoKG)
- Katzer, Georg: En avant – ou? (Verlag Bote&Bock/Schott)
- Lindberg, Magnus: Jeux d‘anches (Verlag Hansen)
- Mantovani, Bruno: 8’20’ chrono (Verlag allenoten.de)
- Nordheim, Arne: Flashing (Verlag Hansen)
- Olczak, Krzystof: Phantasmagorien (Verlag Ricordi)
- Rojko, Uřos: Whose Song
- Solotarjov, Wladislaw: Sonate Nr. 3 (Verlag Schmülling)
Finale
Finale erreicht? Für die Musizierenden, die in der letzten Runde spielen, steht ein fest vorgegebenes Repertoire auf dem Programm: Jukka Tiensuu: Spiriti (für Akkordeon und Orchester) Sätze I, III und V. Die Noten für diese Komposition gibt es beim Förderverein Internationale Akkordeonwettbewerbe. Das hat insbesondere auch damit zu tun, dass anders als sonst die Komposition nicht mit Orchester gespielt werden kann. Statt dessen wurde eine Version im Duo mit Klavier gewählt, die alle Teilnehmenden problemlos aufzeichnen können.
Wie läuft der Online-Wettbewerb ab?
Anmeldungen waren bis 31. Januar möglich. Die Videos müssen nun von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Zeitraum von Anfang Februar bis zum 15. April gesendet werden. Aus organisatorischen Gründen sollen die Teilnehmenden alle Videos vorab einreichen, also in der Hauptkategorie alle drei Repertoires, für den Fall, dass sie ins Finale kommen. Die Einspielungen werden beim Wettbewerb vom 2. bis 7. Mai von der Jury in Klingenthal trotz des Videoformats vor Ort gemeinsam bewertet. Die Jurymitglieder treffen sich dort, um bei genau gleicher Bild- und Tonqualität in einem eigenen Raum gleichzeitig die Videos anzuschauen. Das soll trotz des ungewöhnlichen Wettbewerbsformats ohne Livekonzerte möglichst vergleichbare Bedingungen für die Beurteilung gewährleisten. Abgesehen von Ruhm und Ehre können die Musikerinnen und Musiker, die in einer der Kategorien die Plätze eins bis drei erreichen, Geldpreise gewinnen. Je nach Platzierung und Kategorie sind das zwischen 250 Euro und einigen tausend Euro. In der Hauptkategorie sind die ersten Plätze dotiert mit 3500 Euro (erster Platz), 2500 (zweiter Platz) und 1500 Euro (dritter Platz).
Der Internationale Akkordeonwettbewerb Klingenthal wird, so wie im Wesentlichen alle Musikfestivals und Wettbewerbe, durch Geldgeber und Sponsoren finanziert. Mit dabei sind der Freistaat Sachsen, der Vogtlandkreis, die Stadt Klingenthal, der italienische Akkordeonhersteller Pigini, die Klingenthaler Musikelektronik GmbH und einige weitere Sponsoren.
Website: www.accordion-competition.de
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