Brasilianische Akkordeon-Legende: Luiz Gonzaga (1912-1989)

Alex de Almeida

Mit Leidenschaft betreibe ich die Verschmelzung verschiedener Rhythmen. Ich bin Akkordeonist der Band "Forró de KA" und "Duo Ahlmeida“ und produziere sowie arrangiere Bands von Volksmusik bis Elektronische Musik.

21. Juni 2021

Lesezeit: 3 Minute(n)

Luiz Gonzaga (1912-1989) „The king of Forró“

Eine starke, klare und wilde Stimme, die mit einem markanten und rhythmischen Akkordeon begleitet wird. Luiz war nicht nur ein wunderbarer Akkordeonist, sondern auch ein toller Komponist und Sänger, der fast immer über die Sehnsucht und Liebe nach seiner Heimat gesungen hat.

Der Vater aller zeitgenössischen brasilianischen Akkordeonisten, hat mit seinen schnellen „Bellow Shakes“ die sogenannten „Resfolegos“ auf Portugiesisch,  das Herz Brasiliens mit dem Titel „Vira e Mexe“ in den 40ern erobert, es gibt so gut wie keinen Akkordeonisten in Brasilien, der ihn nicht kennt oder ein Lied von ihm noch nie gespielt hat.

Gonzaga hat den holprigen Weg, für alle seine Nachfolger, geebnet. Alle Stars die nach ihm kamen (Sivuca, Dominguinhos, Hermeto Pascoal, Osvaldinho u.A.) haben mit ihm gespielt und seine Hits aufgenommen. Eine unendliche Inspirationsquelle, Luiz Gonzaga gilt als bekannteste Vertreter des Forró.

„Asa branca“ sein größter Hit, wurde von der Musikzeitschrift „Rolling Stones“ auf Platz 4 der schönsten brasilianischen Titel aller Zeiten gekürt.

Über den Autor:

Alex de Almeida ist Akkordeonist, Komponist und Produzent. Er kommt aus Südbrasilien und hat seine neue Heimat in Deutschland gefunden. Seine Kompositionen sind ein explosiver Cocktail unterschiedlichster Musikgenres, wie die brasilianische Volksmusik Forró, Rock und Jazz.

Mit Leidenschaft betreibt er die Verschmelzung verschiedener Rhythmen. Alex ist Akkordeonist der Band „Forró de KA“ und „Duo Ahlmeida“ und produziert sowie arrangiert Bands von Volksmusik bis Elektronische Musik.

Er hat im Hohner Konservatorium in Trossingen Jazz Akkordeon studiert und ist seit 2018 Hohner-Endorser. Im Jahr 2020 schrieb er zusammen mit Pier Paolo Bertoli sein erstes Notenbuch für Akkordeon „Brazilian Rhythm“.

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Nachfolgend werden wir ganz genau analysieren, warum seine Spielweise so besonders war und bis heute die brasilianische Art Akkordeon zu spielen, inspiriert.

Ein besonderes Merkmal von Gonzaga war, dass er eine wiederholte Note nie (oder fast nie) mit dem Finger gespielt hat, sondern mit dem Balg.

Dies ergibt mehr Swing und Leichtigkeit beim Spielen, Gonzaga selbst erklärte, dass seine Finger nicht schnell genug seien, um schnelle Melodie spielen zu können, aus dem Grund habe er einen Ausweg gefunden, indem er schnelle Sachen mit dem Balg spielt.

Luiz Gonzaga (1912-1989)

Unknown, Luiz Gonzaga (1957), als gemeinfrei gekennzeichnet

Es folgt ein Stück mit Bellow Shakes aus seinem ersten Hit „Vira e mexe“. Dafür hat er beim bekanntesten Radiowettbewerb Brasiliens in den 40ern den ersten Preis gewonnen. Das war das erste Mal, das die Technik des Bello Shake auf einer Aufnahme erschien.

Vira e mexe („Ab und zu“) ,1941 (Bellow Shake)

Das nächste Stück ist langsamer, es ist ein Xote, der „brasilianische Reggae“. Hier folgt Gonzaga dem gleichen Prinzip und spielt alle wiederholten Noten mit dem Balg.

Sala de Reboco („Raum mit Verputz“), 1964 (Doppelte Noten mit dem Balg)

Asa branca (Weißer Flügel), 1947

Asa branca ist eine schlichte Komposition von Gonzaga. Die Melodie stammt aus alten Volksliedern und wurde von Gonzaga angepasst.

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