Brauchen wir Musik(unterricht)?

Brauchen wir mehr davon?

ao+

20. Februar 2023

Lesezeit: 9 Minute(n)

DU kommt in den Unterrichtsraum und stellt das Instrument ab.
ICH improvisiert gerade mit einem anderen Schüler.
DU zeigt mit fragendem Gesichtsausdruck auf die Cajon, welche im Raum steht.
ICH bestätigt mit kurzem Nicken. Nach etwa sechs Minuten beenden die drei das Stück, wortlos und mit einer wissenden Zufriedenheit.
DU Komm ich jetzt dran?
ICH Ja, deine Stunde beginnt jetzt.

(Anwesender Schüler packt ­zusammen und geht.)

 

Die im Artikel beschriebenen Dialoge zwischen Ich und Du stellen das Grundprinzip Verena Unterguggenbergers pädagogischen Arbeit dar, es ist die Basis der Methode »Ganz in der Musik«, es ist der Name ihres Verlages, eine Plattform für ganzheitliche, nachhaltige Musikpädagogik.

 In den letzten Jahrzehnten wurde und wird der Musikunterricht nach wie vor aus der Bildungslandschaft zurückgedrängt. Waren zu meiner Volksschulzeit noch zwei reguläre Wochenstunden Musik im Stundenplan mit dem zusätzlichen Angebot jeweils einer Chor- und einer Spielmusikstunde vorgesehen, so stehen wir jetzt vor einer starken Dezimierung.

Zählt man den Besuch einer Musikschule mit dem jeweiligen Instrument und in den meisten Fällen einer wöchentlichen Ensemble-, Orchester-, Chor-, Tanz- oder Musikkundestunde dazu, so hatte ich die Möglichkeit, täglich qualitativ hochwertigen Musikunterricht zu genießen. Hinzu kommen private Angebote, die während dieser Zeit in meiner Heimat stattgefunden haben: der örtliche Blasmusikverein und der Chor mit einer zweistündigen Probe in der Woche.
Dankbar und zufrieden kann ich feststellen: Ein ganzes Dorf hat mich musikalisch erzogen. Ich war allerdings kein besonderes Kind, alle Kinder des Dorfes hatten die gleichen Möglichkeiten.

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