Clément Janinet zeigt sich mit „Garden Of Silences“ als einer der vielversprechendsten Violinisten Frankreichs, der den Jazz hinter sich lässt, um dessen Freiheit für etwas völlig Neues einzusetzen. Inspiriert von Dave Douglas’ Klassiker „Charms Of The Night Sky“, führt er ein europäisches Quartett an, das die Grenzen zwischen Barock, Minimal Music und Folklore auflöst. Eine klangformende Rolle nimmt dabei das Akkordeon von Ambre Vuillermoz ein. In diesem Gefüge ohne Schlagzeug oder Piano ist es das Akkordeon, das den „harmonischen Kleber“ bildet. Die Französin Vuillermoz verwendet es als eine Art Brücke zur Alten Musik. Ihr Spiel ersetzt Orgel und Cembalo, wenn Monteverdi oder Buxtehude auf mikrotonale Improvisation treffen. In den repetitiven Passagen wird das Akkordeon zum pulsierenden, rhythmischen Motor. Zusammen mit Arve Henriksens lyrischer Trompete und Robert Lucacius erdigem Kontrabass entsteht ein organischer, „atmender“ Sound. Ob schwedische Nyckelharpa-Klänge oder zeitgenössische Kammermusik – das Quartett verwebt diese Einflüsse zu einer zutiefst persönlichen Sprache. Ein meisterliches Album, das zeigt, wie aus der Stille heraus große, paneuropäische Kunst entsteht.
Klaus Härtel






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