Cathrin Pfeifer

Upside Down (Galileo Records)

5. September 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

Cathrin Pfeifer, Berliner Akkordeonistin mit bemerkenswerter Meritenliste, legt mit Upside Down ein neues Album vor, auf dem alle Stücke von ihr stammen. Rezensenten ihrer früheren Alben weisen gern darauf hin, dass sie sich in vielen Kulturkreisen umsieht und überall Inspiration zu finden scheint. Wie weit ihr musikalisches Spektrum ist, stellt sie mit dem neuen Repertoire abermals unter Beweis. Das Titelstück klingt gar nicht auf den Kopf gestellt, sondern eher langsam, fromm geradezu, wenn die Musikerin ihrem Akkordeon orgelähnliche Töne entlockt. Ein weiteres Stück hat den wunderschönen Titel „Blue Bizou in Bayou“: Es geht los mit zarter Stimme, Geflüster fast, aber dann legt das Akkordeon cajunmäßig los. Überhaupt sind schon die Titel der Stücke ein Genuss: „Toleranzig“, „Rabbit Habbit“ (ein Stück mit überaus hohen Tönen) oder „Paligenia Longicauda“. Bei der letztgenannten handelt es sich um die Theiß-Eintagsfliege, die vom Aussterben bedroht ist, aber dennoch klingt das Stück nicht traurig, eher hoffnungsvoll, als ob es für das seltene Tier doch noch eine Zukunft geben könnte. Diese Mischung von traurig und hoffnungsvoll ist typisch für das gesamte Repertoire, nichts ist so, wie es auf den ersten Ton scheint, „upside down“ eben. „Verlandet“, ein eigentlich munteres Stück, ist fast zu munter nach dem aktuellen Hitzesommer, während „Hoola Loop“ schmissig losgeht, und doch ist irgendwo die Trauer zu spüren, weil es mit dem Loop vielleicht doch nicht so klappt? Es wäre schön, mehr über die Geschichten zu diesen Stücken zu erfahren. Wer in nächster Zukunft kein Konzert der Akkordeonistin besuchen kann, hat aber sicher auch so ein anregendes Musikerlebnis mit „Upside Down“.

Gabriele Haefs

<em>Upside Down </em> (Galileo Records)
Cathrin Pfeifer
Upside Down (Galileo Records)

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