Workshopübersicht
Teil 2: Begleitung in Terzen und Sexten (Lied: „Es geht eine dunkle Wolk’ herein“)
Teil 3: Fill ins (Lied: „Ikh hob dikh tsu fil lib“)
Teil 4: Rhythmuspattern und Umkehrungen (Tangolied)
Teil 3: Fill ins (Lied: „Ikh hob dikh tsu fil lib„)
Das Stück, das ich mir für diesen Workshopteil ausgesucht habe, ist das jiddische Theaterlied „Ikh hob dikh tsu fil lib“. Geschrieben wurde es 1933 von Alexander Olshanetsky (Musik) und Chaim Towber (Text). Die englische Version entstand 1940 unter dem Titel „I love you much too much“.
In den 1930er Jahren gab es in New York eine ganze Reihe gut laufender jiddischsprachiger Theater. Bis in die 1950er Jahre entstanden hier viele Hits, für die man sich gerne verschiedener angesagter Stile wie Tango, Rumba oder Swing bediente. Interpretiert wurde das Stück von namhaften Stars wie Ella Fitzgerald, The Andrews Sisters, The Barry Sisters oder Dean Martin. Das Stück ist so viel ich weiß noch nicht gemeinfrei, daher habe ich Text und Melodie nicht notiert, sondern nur meine Ideen zur Interpretation.
Du findest eine Aufnahme der Barry Sisters auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=t7StSRSzNJk&list=RDt7StSRSzNJk&start_radio=1
Es gibt Noten auf der Plattform musescore:
https://musescore.com/
Rhythmische Begleitung
In den Noten findest Du ein ausgeschriebenes Rhythmuspattern für die rechte Hand. In der linken Hand spiele ich dazu nur den Bassknopf. Du kannst das Pattern gerade spielen, dann ist es eine Art synkopierte Habanera oder geshuffelt und Du hast eine Swingversion.
Fill ins
Warum ich unbedingt dieses Stück wählen musste, wird klar, wenn es um die Fill ins geht. Die Gesangsmelodie endet stets sehr regelmäßig auf dem ersten Schlag (in Takt 2, 4, 6 usw.) bzw. sie wird ab hier lange gehalten. Es entsteht also ein idealer Freiraum, um mit dem Akkordeon einen Kommentar zu spielen. Die notierten Fill ins sind nur Beispiele. Eigentlich spiele ich sie immer improvisiert und daher immer anders. Probiere es selbst einmal aus!
Improvisation
Es gibt wie immer mehrere Wege, um ans Ziel zu kommen. Du kannst ganz systematisch einmal die C-Moll-Tonleiter über die Harmonien bzw. Bässe in der linken Hand spielen. Du bekommst schnell ein Gefühl dafür, welcher Ton in welcher Art von Beziehung (Spannung oder Entspannung) zum Grundton steht. Versuche dies in Vierteln und in Achteln und kombiniere dann beides.
Du kannst so einmal über die ganze Form improvisieren. Probiere im nächsten Schritt zu singen und zu spielen. Denke Dir den Gesang als “Frage” und Dein Akkordeonspiel als “Antwort”. Du kannst die Antwort auch zunächst singen und sie dann auf das Akkordeon übertragen. Es braucht oft gar nicht viele Töne, um eine passende Antwort zu finden. Du kannst entweder kontrastieren oder wiederholen. Eine andere Möglichkeit ist, die die Fill ins als Fortführung des Gesangs zu denken. Spiele exakt von der letzten gesungenen Note aus weiter. Mir macht es sehr viel Spaß, die unendlichen Möglichkeiten zu entdecken. Ich hoffe Dir auch? Und vielleicht hast Du andere Stücke im Repertoire, auf die Du dieses Prinzip genauso anwenden kannst?
Das vierte Modul des Akkordeon-Workshops von Ramona Kozma erscheint in Kürze hier auf akkordeon.online.
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Mehr Informationen© Ramona Kozma
Aufmacher:
Links:
Zum akkordeon.online-Artikel über die Musikerin geht es hier [https://akkordeon.online/plaedoyer-fuer-vielfalt-ohne-klischees/].
Website der Künstlerin: www.ramonakozma.weebly.com

Ramona Kozma | Akkordeonistin · Pädagogin · Autorin
In ihren Beiträgen auf akkordeon.online verbindet sie praktische Spielpraxis mit didaktischer Erfahrung und einem besonderen Blick für musikalische Ausdrucksformen. Ihr Schwerpunkt liegt auf verständlichen Zugängen zum Instrument, musikalischer Vielseitigkeit und der Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen.







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