João Barradas

The Space Within (Artway Next)

20. April 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

Passend zur Ernennung des Akkordeons zum „Instrument des Jahres 2026“ setzt João Barradas mit seinem Album „The Space Within“ ein Ausrufezeichen. Gemeinsam mit den Symphonikern Hamburg und Dirigent Sylvain Cambreling lotet er die klanglichen Grenzen zwischen Tradition und Moderne neu aus und positioniert sein Instrument im Zentrum eines visionären Dialogs. Im Mittelpunkt steht dabei Barradas’ Transkription von Mozarts „Klavierkonzert KV 488“. Wie Akkordeonlegende Teodoro Anzellotti treffend bemerkt, gelingt Barradas hier das Kunststück, den vertikalen Anschlag des Klaviers in einen horizontalen, vokalen Klangfluss zu verwandeln. Mozart gewinnt dadurch eine ungeahnte Farbtiefe, die bisweilen eine fast beeindruckende Intimität erreicht. Als radikalen Gegenpol inszeniert Barradas „Voyage IV – Extasis“ von Toshio Hosokawa. Hier wird das Akkordeon in Anlehnung an die japanische Mundorgel Shō zum Medium zwischen Individuum und Universum. Aufgezeichnet in der exzellenten Akustik der Kulturkirche Altona steht dieses Album für ein Instrument, das hier als „lebendiger Spiegel“ seiner Geschichte fungiert. Barradas beweist: Er ist kein bloßer Virtuose, sondern ein intellektueller Grenzgänger von enormer natürlicher Präsenz.

Klaus Härtel

<em>The Space Within </em> (Artway Next)
João Barradas
The Space Within (Artway Next)

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