Der ukrainische Akkordeonist, Komponist und Arrangeur Andrii Fesenko studierte in Kyjiw am Glière Institut für Musik und der Nationalen Musikakademie der Ukraine sowie in Darmstadt an der Akademie für Tonkunst. Sein Repertoire reicht von der Musik des Barock bis hin zu zeitgenössischen Werken und umfasst sowohl klassische Konzertliteratur als auch eigene Kompositionen, Improvisationen und Bearbeitungen. Als Solist und Kammermusiker konzertiert er international und widmet sich den vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten des Akkordeons. Ein besonderer Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit ist die Wiederentdeckung der ukrainischen Originalliteratur für das Akkordeon. Mit seinen Konzertprogrammen macht er ein außergewöhnliches Repertoire wieder hörbar – die Musik, in der sich die Tradition der europäischen Kunstmusik und die Klangwelt der ukrainischen Volksmusik auf besondere Weise verbindet. In seinen Interpretationen legt er Wert auf ein modernes, farbenreiches Klangbild. Sein erstes Soloalbum Ukraine 2022 entstand mit Unterstützung des Deutschen Musikrats. Es vereint Werke ukrainischer Komponisten des 20. Jahrhunderts sowie seine erste Komposition für Konzertakkordeon „Fatum Toccata“. Der Titel wurde inspiriert von der Komposition „Fatum Sonata“ des ukrainischen Komponisten Volodymyr Zubytskyi (*1953). „Fatum Toccata“ entstand 2011 in Kyjiw während seiner Studienzeit und ist seine erste eigenständige Komposition für Akkordeon. Die Uraufführung fand im Rahmen eines Solokonzertes an seiner ersten Musikschule in Kyjiw statt.

Zum Hintergrund des Stücks
„Fatum Toccata“ verbindet die klanglichen und technischen Möglichkeiten des Akkordeons mit einer musikalischen Dramaturgie. Rasante Passagen wechseln mit weit gespannten Melodiebögen, während rhythmische Strukturen im Kontrast zu lyrischen Momenten stehen. Besonders wichtig ist die differenzierte Balgführung, um die Kontraste zwischen den energiegeladenen und den lyrischen Abschnitten plastisch zu gestalten. Eine Aufnahme des Stücks gibt es online bei YouTube: https://youtu.be/BmXC-hA0YaQ
Der Musiker über seine Idee:
„Fatum Toccata“ ist mein persönlicher Versuch, einen zeitgenössischen, avantgardistischen Klang mit der rhythmischen Energie einer Toccata zu verbinden. Lyrische und melancholische Melodien sowie Jazzanklänge stehen dabei neben energiegeladenen und virtuosen Passagen. Eine wiederkehrende lyrische Melodie entwickelt sich im Verlauf des gesamten Werkes, erreicht ihren Höhepunkt und kehrt schließlich in verwandelter Gestalt zurück. „Fatum“ bedeutet für mich Schicksal – doch jeder Mensch versteht diesen Begriff auf seine eigene Weise. Musik kennt keine eindeutigen Antworten. Manche hören in diesem Werk eine Liebesgeschichte, andere einen inneren Konflikt oder den Weg zwischen Hoffnung, Zweifel und Ungewissheit. Mit „Fatum Toccata“ wollte ich Raum für persönliche
Assoziationen schaffen. Für mich ist es wichtig, dass jeder Zuhörer seine eigene Geschichte in dieser Musik entdecken kann. Gerade diese Freiheit des Hörens macht das Werk für mich lebendig.
Weitere Informationen: https://andriifesenkotour.com.ua/










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