Diese Neuaufnahme von Bachs „Goldberg-Variationen“ ist außergewöhnlich! Das Trio um Asya Fateyeva (Saxofon), Eckart Runge (Cello) und Andreas Borregaard (Akkordeon) unterzieht das „monumentale Klavierwerk“ einer radikalen klanglichen Neugestaltung. Ein Geniestreich dieser Aufnahme ist die prominente Rolle des Saxofons. Borregaard, der das Werk bereits solistisch durchdrungen hat, fungiert hier als das rhythmische und harmonische Rückgrat, das die Welten zwischen dem Sanglichen des Saxofons und dem sonoren Fundament des Cellos virtuos verbindet. Das Akkordeon wird zum architektonischen Bindeglied: Mal liefert es ein orchestrales Fundament, mal webt es hochpräzise Kontrapunkte, die im Zusammenspiel mit dem Saxofon eine ungeahnte Plastizität entwickeln. Besonders in der berühmten 25. Variation, der „schwarzen Perle“, zeigt sich die Stärke dieser Besetzung. Während Fateyevas Altsaxofon klagt, grundiert das Akkordeon die Harmonien mit einer emotionalen Dichte, die den Raum förmlich erzittern lässt. Hier wird erkennbar: Diese Besetzung ist kein Experiment um des Effekts willen, sondern eine kluge Freilegung von Bachs innerer Logik. Das Trio zeigt, dass diese Musik zeitlos ist – und durch das Akkordeon eine völlig neue, farbenreiche Seele erhält. Ein Muss für Entdecker.
Klaus Härtel






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