Ein Musikinstrument, viele Namen

Ulkige Begriffe

30. Januar 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

Kaum ein Musikinstrument ist mit so vielen schrulligen Spitznamen bedacht worden wie das Akkordeon. Kein Wunder, dass so manche Zeitschriftenfeatures, Zeitungsartikel oder Radiobeiträge zum Thema daran anknüpfen. Die Bezeichnung „Schifferklavier“ lässt sich mit der einstigen Beliebtheit bei Seeleuten erklären, die das im Gegensatz etwa zum Klavier transportable Musikinstrument gern spielten. Ebenfalls oft verwendet: „Quetschkommode“, für ein optisch dem betreffenden Möbel nicht ganz unähnliches Objekt zum Quetschen. Etwas spezieller wird es beim „Quetschebüggel“, einem Begriff aus dem rheinischen Dialekt. Gequetscht wird das Objekt hier zwar ebenfalls, ist aber keine Kommode, sondern ein „Büggel“, also ein „Beutel“. Bei Lotti Krekel, die teils auf Kölsch Karnevalslieder sang, wurde der Büggel 1974 mit „Minge Quetschebüggel klemmt“ gar zum ulkigen Liedthema. Im Plattdeutschen wiederum findet sich der Begriff „Treckfiedel“. Hier wird nicht gequetscht, sondern „getreckt“, also gezogen, und das gezogene Objekt ist weder Kommode noch Beutel, sondern eine Fiedel, also eine Geige. Verwendet wird der Begriff ursprünglich für diatonische Handharmonikas. Die ersetzten etwa in Mecklenburg und Vorpommern in der Volksmusik im Lauf des 19. Jahrhunderts oft die vorher bei Tanzveranstaltungen verbreiteten Geigensensembles. Ebenfalls gebräuchlich ist im Plattdeutschen die Bezeichnung „Treckbüdel“. Hier wird erneut gezogen, nun allerdings wieder ein „Büdel“, also ein Beutel. Sogar mit dem humorigen oder etwas despektierlichen Begriff „Schweineorgel“ wurden das Akkordeon und elektronische Orgeln schon bezeichnet. Neben dieser kleinen Auswahl origineller Benennungen gibt es natürlich noch eine Menge weitere, seien sie in verschiedenen Dialekten oder in anderen Kontexten entstanden. Wer seine Favoriten oder eigene Wortschöpfungen beisteuern möchte, kann dafür die Kommentarfunktion verwenden.

Grafik: istock; Deagreez

Christina M. Bauer | Redaktionsleiterin

Ich bin Redaktionsleiterin für die Jahresausgabe akkordeon magazin 2026 und akkordeon.online Als freiberufliche Musikjournalistin arbeite ich mit Verlagen, Zeitschriften, Zeitungen und Onlinemedien. (Foto: Fotostudio Belichtungswert)

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