Grundlagen: Technik – Episode 1

22. Oktober 2021

Lesezeit: 5 Minute(n)

Grundlagen: Technik – Episode 1

In der ersten Episode dieser Reihe möchte ich Ihnen einen Überblick über Kabel, Mikrofone und Signalfluss in der Audiotechnik geben, um in den folgenden Episoden weiter in die Tiefe gehen zu können.

Je nach Anwendungsgebiet wird die oben dargestellte Signalverarbeitungskette erweitert, sie stellt aber immer die Ausgangsposition dar.

Mikrofone

Es gibt mehrere Arten von Mikrofonen, die sich sowohl in ihrem Aufbau als auch in ihrer Anwendung unterscheiden. Zwei der häufigsten Bauweisen sind die beiden nachfolgend beschriebenen:

Kondensator-​Mikrofon

Kondensator-Mikrofone reagieren empfindlicher auf Schall als beispielsweise dynamische Mikrofone. Dadurch ist der Bereich, in dem der Schall aufgenommen und detailgetreu weiterverarbeitet werden kann, deutlich größer. Damit diese Mikrofone funktionieren, muss die Phantomspeisung (+48 V) aktiviert sein.

Dynamisches Mikrofon

Ansagemikrofone sind ein typisches Beispiel für dynamische Mikrofone. Sie sind robuster als Kondensator-Mikrofone, haben dafür aber einen deutlich kleineren Aufnahmebereich. Die Quelle sollte sich direkt vor dem Mikrofon befinden.

Kabel und Stecker

Die meisten Kabel in der Audiotechnik bestehen aus Kupfer. Je nach Querschnitt des Kabels und Menge der Adern, die es umfasst, können mehr oder weniger Signale (bzw. kann mehr oder weniger Last) mit einem Kabel übertragen werden. Daneben gibt es eine große Anzahl an unterschiedlichen Steckern, die meist auf eine Aufgabe spezialisiert sind. Hier ein kleiner Überblick über die gängigsten Stecker- und Kabeltypen:

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XLR-​Kabel

Der Vorteil dieses Kabels ist, dass eine symmetrische Kabelführung gegeben ist. Somit ist eine störungsfreie Signalübertragung gewährleistet. XLR-​Kabel werden hauptsächlich bei Mikrofonen verwendet.

Klinke-​Kabel

Wie der Name schon sagt, sind diese Kabel für die Verbindung zwischen Instrument und Mischpult oder Verstärker gebaut, was u. a. mit der schlanken Bauform des Steckers zusammenhängt.

Chinch-​Kabel

Chinch-​Kabel sind Verbindungskabel im heimischen Audio-​Bereich. Sie sind meist als Paar verarbeitet, sodass der rechte und der linke Kanal gleich nebeneinander liegen. Im Bühnenalltag oder im Tonstudio finden sich diese Anschlüsse eher im DJ-Bereich oder in Einstiegsgeräten. Hier kommen oftmals auch Kombinationen von Chinch auf Klinke-Steckern zusammen, da sich die Kabel, wie bereits erwähnt, im inneren sehr ähnlich sind.

Speakon-​Kabel

Diese Kabel dienen als Verbindung zwischen Endstufe (auch Verstärker oder Amp genannt) und Lautsprecher oder zwischen zwei Lautsprechern. Durch den großen Durchmesser der Kupferleitung im inneren des Kabels kann hier einiges an Leistung durch das Kabel übertragen werden. Speakon beschreibt lediglich die Art des Steckers. Dieser hat den großen Vorteil, dass er durch eine Verriegelung nicht einfach herausgezogen werden kann.

Datenkabel

Diese Gruppe beinhaltet unter anderem USB-, MIDI- und Netzwerkkabel (siehe Abb. links).

Es sind Kabel, die Geräte untereinander verbinden und einen Datenaustausch zwischen diesen ermöglichen. Das älteste unter ihnen ist das Standard 5-​Pin MIDI-Kabel, welches Daten im entsprechenden MIDI-​Protokoll überträgt. Diese Übertragung funktioniert allerdings nur unidirektional, also vom Sender (Tastatur) zum Empfänger (Soundmodul, PC oder Ähnliches).

Mischpulte

Im Mischpult kommen alle Mikrofon- und Instrumentensignale zusammen. Sie werden dort zu einem möglichst homogenen Klangbild zusammengefügt. Heute unterscheidet man analoge und digitale Mischpulten. Der größte Unterschied zwischen diesen beiden Typen liegt darin, dass bei digitalen Mischpulte mit deutlich weniger Platzbedarf eine höhere Zahl an Bearbeitungswerkzeugen zur Verfügung steht. So verfügt jeder Kanal eines digitalen Mischpultes u. a. über ein Gate, einen Kompressor und einen Equalizer. In einem analogen Mischpult müssten hierfür viele zusätzliche Geräte neben das eigentliche Mischpult gestellt werden. In einem digitalen Mischpult berechnet ein digitaler Signalprozessor (DSP) all diese Effekte.

Audio Interfaces

Audio Interfaces werden in Heim- und Tonstudios verwendet, um die Mikrofonsignale in digitale Formate umzuwandeln und sie dadurch einem Computersystem zugänglich zu machen. Man redet hier von einer Analog/digital-Wandlung (A/D) bzw. umgekehrt (D/A). Meist sind es Kombinationsgeräte, die sowohl das Mikrofon mit Strom versorgena als auch die A/D- bzw. D/A-Wandlung vornehmen.

Lautsprecher

Lautsprecher sind das Gegenstück zum Mikrofon. Hier wird das bearbeitete elektrische Signal aus dem Mischpult wieder in ein akustisches Signal, also in Schallwellen, umgewandelt. Für jeden Anwendungszweck gibt es unterschiedliche Lautsprecher, die sich dann in Aufbau, Form, Leistung und Größe unterscheiden.

Digitale Audio-Workstation

Für jedes Betriebssystem gibt es digitale Audio-Workstations (DAW), also Programme, mit denen sich die Signale, die vom Audiointerface kommen, weiterverarbeiten lassen. Welche DAW für wen am besten geeignet ist, kommt sehr stark auf das Betriebssystem und das musikalische Anwendungsgebiet an. Möchte ich während eines Live-​Konzerts Tonschnipsel abspielen oder Loops verwenden, brauche ich eine andere Software als beim Aufzeichnen und Arrangieren eines Songs. Theoretisch gibt es in vielen Programmen Überschneidungen, aber man sollte sich trotzdem genau sein Anwendungsgebiet überlegen und dann die entsprechende DAW wählen.

Ausblick Episode 2

In Episode 2 widmen wir uns den Themen Mikrofone, Mikrofonsysteme und dem großen Thema MIDI und dessen Anwendungsgebiete im Live- und ­Studioalltag.

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Über den Autor

 

Robin Schmidt

Geboren am 20. 11. 1991, aufgewachsen im Saarland, lebt aktuell in Trossingen. Seit 2015 ist er vor allem als freiberuflicher Musikpädagoge in verschiedenen Akkordeonvereinen und Musikschulen tätig. Darüber hinaus arbeitet er als freier Tontechniker, besonders bei Veranstaltungen rund um das Akkordeon.

Musikalische Ausbildung

  • 2011 Allgemeine Hochschulreife
  • 2011 – 2012 Vorsemester am Hohner-​Konservatorium Trossingen bei Werner Glutsch und Andreas Nebl
  • 2012 – 2016 Studium „Populäres Akkordeon“ am Hohner-​Konservatorium Trossingen bei Hans-​Günther Kölz
  • 2015 – 2018 Studium „Elektronische Tasteninstrumente“ am Hohner-​Konservatorium Trossingen bei Martin Kopf und Hans-​Günther Kölz
  • 2017 Erhalt des Förderpreises für besonderes und vorbildliches Engagement in der Gesamtheit des Studiums vom Förderverein der Hohner-­​Konservatorium Trossingen GmbH

Tonstudio

  • 2014 CD-Produktion mit Brent McCall und Werner Glutsch Variations and Interludes
  • 2016 CD-Produktion als Aufnahmeleiter/Premix Songbook, mit Prof. Matthias Anton und Hans-​Günther Kölz
  • 2017 CD-Produktion Szenen mit dem Akkordeon-​Ensemble Amitoras
  • 2017 CD-Produktion HOT ­Favorites live mit dem Hohner-​Akkordeonorchester Trossingen
  • Einspielungen auf der CD Colours des Orchesters Hohnerklang
  • Verlagsproduktionen u. a. für den Musikverlag Jetelina und Tastenzauber
  • 2020 coronabedingt mehrere ​Videoproduktionen für Verlage, Vereine und den ­Landesmusikrat Baden-​Württemberg

Live-​Sound

  • Seit 2008 tontechnische Betreuung und Live-​Sound für verschiedene Bands, Akkordeonorchester und Ensembles bei Konzerten
  • Seit 2014 technische Betreuung aller Workshops im Rahmen des Festivals Harmonika Masters
  • Seit 2014 technische Umsetzung, Planung und Betreuung des Festivals Akkordeon Grenzenlos und Live-​Sound der Abendkonzerte
  • Seit 2018 Betreuung, Durchführung und Live-​Sound der Abendkonzerte des Festivals Harmonika Masters
  • Seit 2017 technische Betreuung des ­Orchesters Hohnerklang Trossingen
  • 2017 Live-​Sound im Rahmen des World Harmonica Festivals

www.robin-​schmidt.info

 

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