Joaquín Alem: Bandoneons and Guitars

15. Februar 2021

Lesezeit: 2 Minute(n)

Calygram Records, 2020

Joaquín Alem: Bandoneons and Guitars

Bandoneon- und Gitarrenduette präsentieren sich hier, wobei allerdings alle Stimmen vom selben Musiker eingespielt wurden. Der versteht sich darauf, moderne Möglichkeiten seiner Musikinstrumente auszuloten. Joaquín Alem stammt aus der argentinischen Heimat des Tango und lebt nun seit einigen Jahren in Oldenburg. Fast ein Jahrzehnt war der Absolvent der Nationalen Musikhochschule in Buenos Aires selbst in Olavarría in der Provinz Buenos Aires an der dortigen Musikhochschule als Professor tätig. Nun ist er Dozent an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und leitet dort das Lateinamerikanische Musikensemble. Er hat sein Können über die Jahre mit vielen argentinischen Künstlern verfeinert, etwa Monica Cosachov, Sergio Baldeverrano und Juan Carlos Fontana. In den vergangenen Jahren ist er von Solo- und Ensembleauftritten abgesehen mit verschiedenen Orchestern aufgetreten. Er hat bereits mehrere Alben mit seiner Musik veröffentlicht, etwa für Bandoneon Solo und Bandoneon mit Streichern. Seine nun eingespielten Duette hat er ebenfalls selbst komponiert. Sie sind modern, reflektiert, vielfältig in ihren Stimmungen, loten Nuancen des Bandeoneons aus, die teilweise den Tango mit einbeziehen, sich ansonsten aber in völlig andere musikalische Bereiche begeben. Vielfältige zeitgenössische Einflüsse werden integriert und in dialogische, moderne Musikstücke umgewandelt. Das Bandoneon ist gleichermaßen Melodie-, Harmonie-, Rhythmus- und Percussioninstrument. Es sind interessante Kreationen, die neue Möglichkeiten für das Bandoneon aufzeigen, die inmitten einer weiterhin verbreiteten Tango- und Tango Nuevo-Begeisterung manches Mal womöglich gar nicht so sehr beachtet werden. Choralartig, filmisch, dezent, ästhetisch, verträumt, zart, eine Menge Nuancen werden hier angesprochen. Ähnlich gestaltet sich das bei Alems Duetten für Gitarre, mit einem Spektrum von heiter über reflektiert bis abstrakt.

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Erstmals veröffentlicht in:

akkordeon magazin #78
Februar/März 2021

Fotos:

Peter Porikis

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