Aus Tijuana in Mexiko kommt Julieta Venegas, ihr neues Album Norteña steht demnach in der guten Tradition der Musik aus dem südlichen Nachbarland der USA. Gesungen wird auf Spanisch, Julieta Venegas‘ Stimme ist einnehmend und sympathisch, die Instrumentierung der elf Songs weckt Fernweh und berührt einen in der Seele. Der Albumtitel bezieht sich auf die Musikrichtung – mexikanische Folklore, die von Akkordeon und Kontrabass geprägt ist, aber gleichermaßen könnte man sagen, dass es Bläser und der Gesang sind, auf denen die zwölf Lieder basieren. „Tiempos Dorados“ ist ein melancholischer Auftakt, während „Tengo Que Contarte“ ein gut gelauntes Stück ist, bei dem die Klarinette und die Flöte charmante Auftritte haben. Auf „La Línea“ ist das Akkordeon erstmals im Vordergrund zu hören, es ist ein Stück, das Freude macht, wie überhaupt das ganze Album eine Wohltat ist. Denn nicht nur merkt man hier, dass versierte Musikerinnen und Musiker am Werk sind, auch die Stimmung, die sie verbreiten, tut gut. Wenn nun der Sommer endgültig ankommt, kann die Einspielung guten Gewissens auf den abendlichen Gartenpartys laufen. „Te Celebramos“, der letzte Song, heißt nicht umsonst „Wir feiern dich“ auf Deutsch – in diesem Sinne, lasst uns feiern, schlechte Nachrichten gibt es schließlich genug.
Wolfgang Weitzdörfer






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