Wolfgang Jacobi: Die Toten von Spoon River

Christina M. Bauer

Als Chefredakteurin des akkordeon magazins habe ich mich von Juli 2019 bis Mai 2021 um die inhaltliche Seite unserer Zeitschrift gekümmert. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Interessantes und Neues sich in einer speziellen Szene wie der des Akkordeons tut.

2. Juni 2021

Lesezeit: 2 Minute(n)

Are Verlag, 2021

Wolfgang Jacobi Die Toten von Spoon River

Wolfgang Jacobi zählt zu denjenigen, die relativ früh eine den klassischen Konzertsälen entsprechende Konzertmusik für Akkordeon komponierten. Es gibt dabei einige Werke, die zwar immer wieder gespielt werden, dabei aber keineswegs in Notenform veröffentlicht sind. Der Are Verlag nutzte nun die Gelegenheit, Ende 2020 drei Liederzyklen des Komponisten zu veröffentlichen. Davon sind zwei für Klavier und Stimme geschrieben. Für Akkordeon (oder ebenfalls Klavier) und Bariton verfasst ist einer der Bände, Die Toten von Spoon River.

Jacobi hatte diese Lieder geschrieben zu Gedichten des US-​Schriftstellers Edgar Lee Masters. Die Musik entstand 1956 und wurde 1958 in einer Hinweisen nach offenbar abgeänderten Fassung veröffentlicht. Eines der frühen nachgewiesenen Konzerte fand bei den Trossinger Musiktagen 1959 statt, mit Bariton Walther Schneider und Akkordeonist Hans-​Joachim Wernecke. Seitdem und bis in die vergangenen Jahre sind die Stücke verschiedentlich bei Konzerten und Festivals vorgetragen worden, sowohl in Duos mit Akkordeon als auch in solchen mit Klavier.
Nun werden sie als Notenband mit vier Stücken veröffentlicht. Herausgeber ist der Musikwissenschaftler, Hochschulprofessor und Komponist Birger Petersen. Insgesamt waren vier Manuskripte die Basis für diesen Band. Drei davon stammen von Jacobi selbst und wurden von entsprechenden Archiven zur Verfügung gestellt. Eines ist eine bearbeitete Abschrift. Dort, wo es in den Details der Notierung oder bei den Anmerkungen zur Interpretation Unterschiede zwischen den Manuskripten gibt, wurde nun eine Version für den Notenband festgelegt. Darüber informieren in kompakter Form die Anmerkungen am Ende des Heftes.
Zu Beginn gibt es außerdem einen Text mit ausgewählten Basisinformationen zu Komponist und Werk. Für jede der vier Kompositionen wurde ein passendes Bild angefertigt. Die nicht so oft in Konzerten präsenten Duobesetzungen von Bariton und Akkordeon erhalten hier eine sicher interessante Ergänzung des für sie verfügbaren Repertoires.

Cover: Are Verlag

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