Mit Taabolo Koura stellt die malische Griot-Ikone Mah Damba ein berührendes Meisterwerk der Entschleunigung vor. In einer Zeit, in der westafrikanische Popmusik oft von pumpenden Afrobeat-Rhythmen dominiert wird, besinnt sich Damba gemeinsam mit dem Arrangeur und Gitarristen Thierry Fournel auf die reine akustische Essenz der Mandingue-Tradition. Ihre beeindruckende und majestätische Stimme steht im Zentrum der Musik ihres vielseitig besetzten Ensembles. Ein emotionales und klangliches Detail dieser Produktion ist eine ganz besondere Rarität: das Akkordeon, feinsinnig eingespielt von Antoine Girard. Was in der traditionellen malischen Musik wie ein Fremdkörper wirken könnte, entpuppt sich hier als kluger Schachzug. Das Akkordeon ergänzt eine warme, fast nostalgische Harmonieschicht zu Mah Dambas mal klagendem, mal feierndem Gesang – ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen. Diese Instrumentierung ist zudem eine berührende biografische Hommage. Damba setzt damit ihrem Großvater Ousmane Soumano ein Denkmal, der einst als einer der Pioniere das Akkordeon in die Musik der Griots einführte. So schließt sich auf Taabolo Koura ein Generationenkreis. Das Album zeigt eindrucksvoll, wie organisch sich globale Einflüsse und malische Tradition zu einem stimmigen Gesamtbild ergänzen können.
Klaus Härtel






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