Thomas Krizsan: „Boarding Time“

Tastenkünstler und Dozent Thomas Krizsan präsentiert eine Komposition für Soloakkordeon, die unterschiedlichste stilistische Einflüsse zusammenbringt.

ao+

20. Mai 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

Der Musiker Thomas Krizsan stammt aus Sucre, der Ciudad Blanca im Herzen Boliviens. Als Neunjähriger entdeckte er das Klavier, erhielt klassischen Unterricht bei verschiedenen Dozentinnen und Dozenten und stürzte sich schließlich in Jazzmusik und Improvisation. Er ließ sich im Cembalobau ausbilden und intensivierte anschließend seine Studien am Klavier, u.a. bei Shulu Chang. In Bremen etablierte er sich als Jazzpianist. Als junger Mann fing er an, zusätzlich Akkordeon zu spielen. Als Pianist und Akkordeonist mischt er inzwischen in zahlreichen verschiedenen Ensembles mit. Durch das Akkordeon erweiterte sich sein Repertoire um den Bereich der Weltmusik. Er spielt Swing und Musette mit der Gruppe Café Brunette, Weltmusik mit Duopigalle, lateinamerikanische folkloristische Musik mit Siembra und Alte Musik an der bremer shakespeare company. Als Pianist konzertierte er in Jazztrio-Besetzung, begleitete u.a. Pago Balke in kabarettistischen Programmen und konzertierte mit den Zollhausboys in ganz Deutschland. Er komponierte für musikalische Lesungen und Tanztheater, ist dort außerdem ein gefragter Begleiter an Klavier oder Akkordeon. Mit seiner Partnerin Claudia Giese bietet er seit 2017 Akkordeonworkshops in Italien und Deutschland mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Informationen dazu gibt es auf der Website www.tastenspruenge.de

Zum Hintergrund des Stücks

In der Komposition „Boarding Time“ verbinde ich eine Polkabegleitung mit einem Swingfeeling und einer orientalischen Skala, bringe das Ganze in eine Minor Blues-Form, ergänze noch etwas Two-Step, ein wenig Brass Band und Improvisation.

Der Musiker über seine Idee:

Wer kennt es nicht, das Gefühl, wenn eine große Reise bevor steht: Nur noch wenige Tage oder Stunden, dann setzt sich der Zug, das Schiff oder Flugzeug in Bewegung, dann beginnt ein neuer Lebensabschnitt, eine große Reise ins Unbekannte. Die Boarding Time ist der „point of no return“ oder der ultimative Startpunkt. Wir reihen uns ein in die Menge der Reisenden und setzen unseren Fuß in das Vehikel – das ist der erste Schritt in eine neue Zukunft.

In dieser Komposition kommen das Kribbelgefühl der Vorfreude und eine Idee von einem exotischen Kauderwelsch zusammen. Im Untertitel beschreibe ich den Stil mit der Wortkreation „Polka-Swing-Orient-Two-Step-Minor-Blues“ , was soviel heißt wie: Irgendetwas Fremdes. Mit dem Vertrauten in einem Topf und kräftig umgerührt.

Das Stück ist im Rahmen eines langen Übervormittags entstanden, als ich über kleine Übepatterns improvisierte und die entstandenen Ideen weiterentwickelte. Zum ersten Mal öffentlich vorgetragen habe ich es bei der „Nacht des Akkordeons“ in Bremen. Ein weiteres Konzert fand statt in der Duo-Besetzung „The little Pacific Orchestra“ mit dem Vibrafonisten Michael Schmidt bei der jazzahead! in Bremen.

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Boarding Time

von Thomas Krizsan | akkordeon.online Gastkomposition, Mai 2026

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Aufmacher:

Foto: Rita Dollmann

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